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Presbyterium Förderverein Kapelle St. Reinoldi Kindertagesstätte Predigten Themen

Taufe

 

„Gottesgeschenk“


­– unter dieses Leitmotiv hat die evangelische Kirche das Jahr der Taufe 2011 gestellt. Ein Jahr lang soll die Taufe besonders im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens stehen. – So steht es in einem Magazin, das anlässlich dieses Themenjahres für Taufeltern und Paten von der Evangelischen Kirche herausgegeben wurde.

Grund genug, diesem Thema auch einmal einen Gemeindebrief aus „Rupelrather Sicht“ zu widmen. Dabei soll es vor allem um die Praxis in unserer Kirchengemeinde gehen und um die Fragen, die uns im Zusammenhang mit der Taufe in unserer Gemeinde begegnen.

 

Kindertaufe
– nicht die einzige Möglichkeit

Wir sind eine evangelische Landeskirche und eine Kirchengemeinde, in der kleine Kinder getauft werden. Das ist unter Christen allerdings nicht unumstritten. Insbesondere Christen aus Freikirchen, die die Bibel sehr ernst nehmen und die Ausführungen über die Taufe ganz wörtlich verstehen, möchten Menschen erst dann taufen, wenn diese selber getauft werden wollen.
Aber auch in unserer Gemeinde gibt es nicht wenige Christen, die auf Grund ihres Bibelstudiums so denken. Sie werden von uns mit dieser theologischen Auffassung ernst genommen – und wir haben inzwischen erleben dürfen, wie manche dieser deshalb zunächst nicht getauften Kinder inzwischen getauft wurden, weil sie es sich aus einer tiefen inneren Überzeugung selber gewünscht haben.
Diese Kinder sind übrigens immer auch schon im Blick der Gemeinde gewesen: Als Babys sind sie von ihren Eltern in den Gottesdienst mitgebracht worden, und wir haben sie gesegnet. Sie haben den Kindergottesdienst „Gottesland“ und Kinder- oder Jugendfreizeiten erlebt – und sind dort der Liebe Gottes begegnet, auf die sie ihre eigene Antwort gegeben haben: Sie wollten getauft werden. Wir haben einen Taufgottesdienst und eine Taufe gefeiert, die ihnen in Erinnerung bleiben werden. Und zuweilen erleben wir noch etwas: dass nämlich auch erwachsene Menschen Gott begegnen – und sich dann taufen lassen.

 

Kindertaufe
– ein bedingungsloses Geschenk

Wir taufen in unserer Ev. Kirchengemeinde St. Reinoldi Rupelrath allerdings vornehmlich kleine Kinder, die von ihren Eltern zur Taufe angemeldet und gebracht werden. Auch an dieser Kindertaufe entdecken wir Seiten, die nicht nur sehr schön, sondern auch biblisch begründbar sind:
Zunächst wird deutlich, dass diesem Kind Gottes Liebe bedingungslos und voraussetzungslos gilt. Gottes „großes Ja“ der Liebe zu einem Menschen fragt nicht nach dessen Glauben und (frommer) Leistung. Diese Liebe ist vielmehr „zuvorkommend“ und wird mit der Taufe „ohne Wenn und Aber“ zeichenhaft zugesprochen. Das „Ja Gottes“ kann nicht in Frage gestellt werden – so sicher ein Mensch getauft ist. Für das Leben eines Menschen heißt das: Man darf dieses „Ja Gottes“ an einem bedingungslosen Geschenk Gottes festmachen – und muss es nicht immer wieder hinterfragen, wenn der eigene Glaube wankend geworden ist oder einem zu klein vorkommt. Von Gott her gilt  jedem Menschen die Zusage:
Du bist gewollt.
Du bist geliebt.
Du wirst gebraucht.
Das gilt gewiss auch ohne Taufe – aber in der Taufe erhält diese Zusage sein sichtbares und unhinterfragbares Siegel.

 

Kindertaufe
– ein oft vergessenes Geschenk

So schön das Geschenk ist, das Kindern mit der Taufe gemacht wird, obwohl sie es selber noch nicht verstehen können, so groß ist eine Gefahr: Es ist die Gefahr, dass ein getauftes Kind nicht erfährt, was ihm da in der Taufe geschenkt wurde. Das liegt nicht am Geschenk selbst. Es liegt auch nicht am Beschenkten, dem getauften Kind. Es liegt daran, dass dem Kind dieses Geschenk oft weder bekannt gemacht noch lieb gemacht wurde.
Darin sehen wir das größte Problem der Kindertaufe: in den gering geachteten, den schlicht vergessenen oder nicht gehaltenen Taufversprechen. Die Kinder und Patenkinder sollten doch im christlichen Glauben erzogen werden! Das „große Ja“ der Liebe Gottes wartet immer auf unser „kleines Ja“. Dieses „kleine Ja“ aber ist nur möglich, wenn Menschen um das Gottesgeschenk der Taufe wissen – und es verstehen.

 

Taufe
– und was unsere Gemeinde tut

Wir möchten Eltern und Paten dabei helfen, dass ihre Kinder das Gottesgeschenk der Taufe erkennen. Dazu machen wir Angebote:
Das Angebot unseres Kindergottesdienstes
„Gottesland“. Hier erfahren Kinder etwas von der großen Liebe Gottes zur Welt – und zu ihnen.
In unserer Kindertagesstätte in der Gillicher Straße gehören das Erzählen biblischer Geschichten und das Einüben christlicher Rituale zum religionspädagogischen Konzept.
In unserer Kinderarbeit möchten wir Kindern vermitteln, dass unsere Kirchengemeinde Gemeinschaft anbietet, die trägt, weil sie sich selber von Jesus Christus getragen weiß.
Unsere Konfirmandenarbeit versteht sich auch als nachgeholter Taufunterricht, wo junge Menschen begreifen lernen, was es mit dem Gottesgeschenk Taufe auf sich hat.
Unsere Jugendarbeit bietet jungen Menschen Gemeinschaft und will dabei helfen, Gott zu finden und verantwortlich als Christen in der Welt zu leben.
Unsere gesamte Gemeindearbeit möchte helfen, Gott zu begegnen und ihm zu vertrauen.

 

Taufe:
Was bedeutet sie eigentlich für mich?

Über allem darf nicht vergessen werden, dass wir diese Zeilen möglicherweise als Menschen lesen, die selber einmal getauft wurden. Da darf man sich schon einmal fragen: Was bedeutet sie eigentlich für mich?
Vielleicht ist das ein Anstoß, sich noch einmal neu damit zu beschäftigen, was Gott uns Menschen für unser Leben schenken will – und was er in der Taufe persönlich versprochen hat, als mein Name mit seinem Namen, dem Namen des dreieinigen Gottes, zusammengesprochen wurde.

Hans Wilhelm Ermen

 
    © Ev. Kirchengemeinde St. Reinoldi Rupelrath 2017