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Wer ist schon perfekt?

Bizeps, Botox, Babyhaut

Wer ist schon perfekt?


Wären sie gern perfekt? Oder sind sie es vielleicht?   
Nobody ist perfect! Das sagt sich so leicht, aber wir alle wünschen uns eigentlich so ein Stück Perfektion für uns selbst (auch wenn wir uns scheuen, es so zu nennen).

Angesehen sein. Beachtet werden. Wahrgenommen werden – wer will das nicht?
Und offensichtlich spielt unser Äußeres eine große Rolle dabei.

Haben sie schon mal die Möglichkeiten betrachtet, die sich auftun, wenn man die Homepage einer Schönheitsklinik anklickt? Alles scheint möglich: Lippen werden vergrößert, Schlupflider behoben, Krähenfüße und Zornesfalte werden stillgelegt.
Und dann? Wenn es gut geht, ist ein Makel behoben. Man ist ein kleines bisschen „perfekter“ geworden – und glücklicher?
Die korrigierte Nase, der Trainingserfolg im Fitnessstudio, das tolle Foto – das dank Photoshop ein bisschen schöner ist als das Original, die Markenjeans oder das neue Auto – so manche Äußerlichkeiten schenken auch innen ein gutes Gefühl.
Zumindest kurzfristig. Wenn wir haben, was wir uns so ersehnt haben, dauert es manchmal nicht lange und es bleibt ein schales Gefühl. Das andere Lebensgefühl, das wir uns erhofft haben, ist eben nicht durch Äußerlichkeiten zu gewinnen. Denn innen bin ich immer noch die, die ich gewesen bin.

Kennen sie den Tatort aus Münster?
Mit der Pathologin, die nur „Alberich“ genannt wird, wie der Zwergenkönig aus der germanischen Sage? Die Schauspielerin Christine Urspruch ist genau 1,32 m lang und in ihrem Arbeitszimmer prangt der Satz „Länge ist keine Größe“. Sie sagt: „Es kommt nicht darauf an, wie groß jemand ist. Ob jemand nicht der allgemeinen Norm entspricht ... Es kommt darauf an, was man daraus macht. Ob man bereit für Purzelbäume ist ...
Es geht um Inneres.“
Sie erzählt von schweren Beinoperationen in ihrer Kindheit und den Menschen, die an ihrer Seite waren und ihr gezeigt haben, dass sie geliebt und geborgen ist: „Das zeigte mir schon damals: Auf den Menschen, die Menschen an meiner Seite kommt es an. Jede einzelne Beziehung macht mich zu der, die ich bin: Unvollkommen, nicht perfekt, doch einzigartig.“

Wer Christine Ursprung sieht, der sieht auch: Ihr Äußeres ist ihr nicht gleichgültig – sie ist eine gepflegte, hübsche Frau. – Mit einer Kraft, die von innen kommt.

Ist perfekt, wer einer Norm entspricht?
Gott, unser Schöpfer, sagt: Du sollst gar keiner Norm entsprechen. Ich habe dich geschaffen, im Leib deiner Mutter. Und ich habe dich wunderbar gemacht! – Ich wollte dich haben, wie du bist! 

An jedem von uns haften noch die Fingerabdrücke Gottes. Jeder von uns ist einzigartig von ihm geschaffen. Mit Liebe und Originalität. Mit Gaben und Grenzen. Mit langen und kurzen Beinen. Fröhlich oder nachdenklich. Sportlich oder kreativ. Mit einer Haut, die Spuren davon trägt, wenn sie älter wird. Mit Haaren, die den einen ein Leben lang begleiten und den anderen nicht.
Vielleicht nicht perfekt, aber einzigartig.

Wessen Meinung über mich zählt? Die von Medien und Werbung oder die der Menschen, die zu mir gehören und zu denen ich gehöre? Gottes Meinung über sich haben sie ja schon gehört:
Unvergleichlich! Ein Original.

Herzlichen Glückwunsch dazu!

Ich wünsche ihnen, dass sie sich darüber freuen lernen – so wie Gott sich freut, wenn er Sie anschaut! Mit oder ohne Bizeps und Babyhaut....
Pastorin Petra Schelkes

 
    © Ev. Kirchengemeinde St. Reinoldi Rupelrath 2017